Post aus dem Kindergarten Pfarrgasse

Hallo liebe Bären- und Elefantenkinder,

die Entscheidung, dass wir uns nicht mehr jeden Tag im Kindergarten begegnen dürfen, hat uns alle überrascht. Jetzt sitzen wir zu Hause und dürfen so viele Sachen nicht mehr machen, die uns so viel Spaß bereiten. Und dieses nervige Händewaschen … echt blöd … oder wie findet ihr das?

Leider können wir auch nicht mehr miteinander spielen, kreativ werden am Maltisch oder uns von tollen Erlebnissen erzählen.

Zum Glück haben wir die Möglichkeit, uns auch auf anderen Wegen zu begegnen. Wie wäre es, wenn ich euch einen kleinen Einblick gebe, was im Kindergarten gerade so passiert?

Eure Spielzeuge gehen durch viele Hände und werden viel und gerne genutzt. Das sieht man natürlich. In den letzten Tagen haben die Erzieherinnen sich um eure verlassenen Spielzeuge gekümmert.

Eure Spielsachen vermissen euch vermutlich sehr, und es ist ihnen viel zu leise im Kindergarten ohne euch. Da sie sich nicht selbst waschen können, werden sie gemeinsam in Waschsäcke in die Spülmaschine gepackt und bei hohen Temperaturen ordentlich gereinigt.

Anschließend werden sie auf Tüchern zum Trocknen in die Sonne gelegt.

Merkt Ihr auch, dass ihr gerade noch häufiger die Hände waschen sollt als sonst? Dass ihr eure Freunde nicht mehr sehen dürft? Und immer schön Abstand halten sollt?

Ergibt das alles einen Sinn für euch? Nein? Schaut Euch mal die folgenden Bilder an, vielleicht macht es das ein wenig leichter. Sie stammen von Lea Wegner, und der Text von Agi Malach.

„Genau das haben Mama und Papa uns doch auch schon probiert zu erklären“, denkt ihr euch jetzt sicher. Mir, Janin, ging es da ähnlich. Ich verstehe, dass es wichtig ist, aber diese kleinen Viren, die unsichtbar sind, können wir trotzdem nicht ganz begreifen, oder?

Ich habe mir überlegt, wie ich es euch erklären würde, wenn wir jetzt alle zusammen im Kindergarten wären. Und ich versuche es mal aus der Ferne.

Ich habe eine Idee: Wir müssen die Viren sichtbar machen. Wir müssen sehen, wie wir die Viren von den Händen waschen. Dafür habe ich Glitzer auf die Hände gegeben und es für euch ausprobiert.

Zuerst habe ich meine Hände eingecremt und anschließend essbaren Glitzer darauf verteilt. (Gibt es in jeder gut sortierten Backabteilung oder aktuell auch in einem großen Murrer Supermarkt ganz hinten im Langen Feld – falls ihr es mit euren Eltern auch ausprobieren möchtet.) Das ist für die Umwelt und euch Kinder unbedenklich.

Der Glitzer stellt die Viren und Bakterien da, welche wir uns einfangen könnten, wenn wir unterwegs sind. Ich habe den Glitzer erst mal ignoriert und habe normal weitergemacht, als ob ich den Glitzer nicht sehen würde. Egal ob Ich mich im Gesicht berührte, jemand anderem die Hand gab, einen Stuhl anfasste, mein Glas berührte oder an meine Kleidung kam – überall war Glitzer, überall in der ganzen Wohnung verteilt.

Der Glitzer muss weg. Die Viren müssen weg – Ich habe mir die Hände gewaschen. Allerdings ohne Seife.

Blöd – immer noch ganz schön viele Glitzer-Teilchen, die an meinen Händen kleben.

Jetzt versuchen wir es mal mit Seife. Währenddessen zähle ich bis 20 – so lange sollte man zählen, wenn Ihr die aktuellen Viren loswerden wollt.

Seid ihr gespannt? Seht selbst!

… fast der ganze Glitzer war von meinen Händen verschwunden!

Genau deshalb ist es auch so wichtig, dass auch Ihr eure Hände sehr oft wascht, auch wenn es etwas nervt.

Um die langweilige Seife in ihren durchsichtigen Flaschen etwas schöner aussehen zu lassen, gebt doch ein paar Perlen oder kleine Spielsachen hinein.

Wenn Ihr Lust bekommen habt, das mit dem Glitzer auch mal auszuprobieren, fragt eure Eltern, sie helfen euch sicher gern.

Ich hoffe, ihr könnt euch jetzt ein bisschen besser vorstellen, warum es so wichtig ist, dass wir uns alle an diese neuen Regeln halten.

In den nächsten Wochen lasse ich euch immer mal wieder kleinere Bilder und Eindrücke zukommen, was in eurem Kindergarten so passiert.

Liebe Grüße an euch und eure Familien, bleibt alle gesund und behütet!

Eure Janin
mit dem Team vom Kindergarten Pfarrgasse: Sabine, Iris, Moni, Martina, Henni, Edeltraut